Jahrestagungen
Die Jahrestagungen des House of Pharma & Healthcare unter dem Titel „Pharmastandort Deutschland im internationalen Wettbewerb“ widmen sich aktuellen Problemen der Gesundheitspolitik, zeigen Lösungsperspektiven auf und bieten wertvolle Möglichkeiten der Begegnung. Sie bringen auf einer Plattform Experten und Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zum Meinungsaustausch über Fragen zusammen, die für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland von Bedeutung sind.
Save the date: Die 15. Jahrestagung House of Pharma & Healthcare findet am 31. August und 01. September 2026 in Frankfurt am Main statt.
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Rückblick: 14. Jahrestagung House of Pharma & Healthcare
Innovationstreiber Gesundheitswirtschaft: Leitindustrie zählt auf Bürokratieabbau, dezentrale Datenräume und digitale Zwillinge.
Welche neuen Impulse setzt der Koalitionsvertrag für die Gesundheitswirtschaft? Welche neuen Rahmenbedingungen sind nötig, um Bürokratie abzubauen und KIgestützte Innovationen zu fördern? Wie steht es um die Versorgungssicherheit in Deutschland? Und: Ist der Pharmastandort noch international wettbewerbsfähig? Diese und viele andere Fragen diskutierten 60 Podiumsgäste aus Industrie, Politik und Wissenschaft Anfang September zwei Tage lang auf der 14. Jahrestagung des »House of Pharma & Healthcare« in Frankfurt am Main.
Beim Auftakt der Konferenz kritisierte Jochen Maas (Vizepräsident des House of Pharma & Healthcare) die verspätete Anerkennung der deutschen Pharmabranche als Leitindustrie. Angesichts von nahezu zehn Milliarden Euro, die Pharmaunternehmen in Deutschland jährlich in Forschung und Entwicklung investieren, werde deren Einfluss unterschätzt, so Maas. »Die Politik redet über Autos und Stahl. Tatsächlich hat die Gesundheitsindustrie die besten Voraussetzungen, unserem Land aus dem Wirtschaftstief zu verhelfen.«
Über Zukunftstechnologien in und aus Deutschland sprach Matthias Hauer (parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt). Als Beispiel nannte er die mRNA-Technologie, die für die Impfstoffentwicklung während der Pandemie zentral war und erneut als Hoffnungsträger im Kampf gegen zahlreiche Krankheiten gilt. »Corona hat gezeigt: Wenn alle an einem Strang ziehen, können wir im Rekordtempo Erfolge erzielen!« Als weiteres Beispiel nannte er den Supercomputer »JUPITER«, der europaweit schnellste seiner Art, der kürzlich im Forschungszentrum Jülich eingeweiht wurde: Er verfügt über eine Rekord-Rechenleistung, die unter anderem der Erstellung digitaler Zwillinge – etwa des menschlichen Herzens oder Gehirns – dient: virtueller Patienten- Abbilder, ohne die personalisierte Medizin undenkbar wäre. Voraussetzung dafür sei wiederum die sichere Zusammenführung von Gesundheitsdaten, erklärte Boris Otto (Institutsleiter am Fraunhofer ISST). »Die Grundlage für digitale Zwillinge sind dezentrale Datenräume, und für diese sind vertrauenswürdige Infrastrukturen mit Zugriffskontrollen essenziell. « Common Sense war, dass dabei stets exakt zu definieren ist, welche Daten zu welcher Zeit und zu welchem Zweck von wem genutzt werden dürfen.
Ob Panel, Workshop oder Keynote: Chancen und Herausforderungen rund um die Gesundheitsbranche standen im Zentrum. Ob bei der Entwicklung von Arzneimitteln geschlechtsspezifische Unterschiede ausreichend berücksichtigt werden oder interaktiv vermittelt wird, dass sprachbasierte KI-Systeme, die Routineaufgaben automatisieren und Arbeitsprozesse erleichtern – die Themen waren vielseitig.
Den Umgang mit chronischen Entzündungskrankheiten thematisierte Stefanie Walther (Mitglied der Geschäftsleitung Johnson & Johnson, J&J). Dabei habe sich die interdisziplinäre Versorgung durch die 2017 gegründete Inflammation Center Initiative (ICI) bewährt, an der neben J&J Deutschland zwölf Uni-Kliniken beteiligt sind. »Ziel ist, durch die stärkere Kooperation unterschiedlicher Fachrichtungen wie der Dermatologie, Gastroenterologie und Rheumatologie Patienten systematisch und ganzheitlich zu behandeln.«














