Koalition für die Gesundheitsforschung? Impulse für einen starken F&E-Standort Deutschland
Deutschland ist ein exzellenter Forschungsstandort – dieser Einschätzung würden viele Expertinnen und Experten weiterhin zustimmen. Doch exzellente Forschung allein reicht nicht aus, wenn aus wissenschaftlichen Erkenntnissen zu selten medizinische Innovationen, erfolgreiche Ausgründungen und neue Therapien für Patientinnen und Patienten entstehen. Zwischen Idee, klinischer Erprobung und Anwendung klafft in Deutschland seit Jahren eine Translationslücke.
Die Gesundheitswirtschaft bedeutet Innovation, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit – das hat nun auch die Bundesregierung noch deutlicher anerkannt. Im Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode wird die industrielle Gesundheitswirtschaft erstmals als „Leitwirtschaft“ gewürdigt. Deutschland soll zu einem weltweit führenden Chemie-, Pharma- und Biotechnologiestandort werden und zugleich wieder ein Spitzenstandort für Gesundheitsforschung und klinische Studien sein. Mit der Hightech-Agenda werden Biotechnologie und Gesundheitsforschung zusätzlich als zentrale Zukunftsfelder hervorgehoben.
Doch wie belastbar ist dieser politische Anspruch? Reichen Hightech-Agenda, Medizinforschungsgesetz und geplantes Registergesetz aus, um Deutschland im internationalen Wettbewerb wieder nach vorn zu bringen? Wo liegen weiterhin Schwachstellen – bei Bürokratie, Finanzierung, Datenschutz, Studienzentren, klinischer Translation oder föderalen Zuständigkeiten? Und wie können die Stärken des Standorts, von hochwertiger Grundlagenforschung bis zu zuverlässigen Prüfzentren, besser genutzt und sichtbarer kommuniziert werden?
Vor diesem Hintergrund lud das House of Pharma & Healthcare am 5. November 2025 zu einem Expertentreffen nach Berlin ein. Expertinnen und Experten aus Industrie, Politik, Universitätsmedizin und Forschung diskutierten, wie der Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland gestärkt und die Lücke zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und erfolgreicher Anwendung geschlossen werden kann. Im Mittelpunkt standen konkrete Impulse für die Umsetzung der Hightech-Agenda, die Weiterentwicklung des Medizinforschungsgesetzes, die Modernisierung regulatorischer Rahmenbedingungen sowie der Aufbau leistungsfähiger Daten- und Registerstrukturen.
Das Abschlussstatement des Expertentreffens bündelt die wesentlichen Feststellungen und Empfehlungen. Es zeigt, welche politischen, regulatorischen und strukturellen Stellschrauben jetzt bewegt werden müssen, damit Deutschland seine wissenschaftliche Exzellenz schneller in bessere Versorgung, neue Therapien und nachhaltige Wertschöpfung übersetzen kann.