Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Präsident des House of Pharma & Healthcare, führte durch die Veranstaltung und gab Impulse für den Austausch der Teilnehmer aus Forschung, Industrie und Politik. Im Mittelpunkt der Diskussion standen aktuelle Innovations- und Translationsinitiativen des House of Pharma & Healthcare und seiner Partner sowie Strategien zur Stärkung des hessischen Pharma- und Gesundheitswirtschaftsökosystems. In seiner Begrüßung betonte Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Frankfurt, die Bedeutung der akademischen Medizin als Fundament des Gesundheitsstandorts Rhein-Main und Deutschlands, auch mit Blick auf die Versorgungssicherheit in Notfallsituationen und Krisenlagen. Staatsminister Lorz hob ebenfalls die Krisenresilienz als zentrales Zukunftsthema hervor. Medizin und Gesundheitswirtschaft sah er hierbei als integralen Bestandteil resilienter Strukturen. Im Anschluss stellte Prof. Dr. Jochen Maas, Vizepräsident des House of Pharma & Healthcare, die Arbeit des House of Pharma & Healthcare vor: als Wegbereiter für Forschung, Innovation und Translation, als Partner für die Qualifizierung von Führungskräften der pharmazeutischen Industrie und als interdisziplinäre Schnittstelle für den Dialog zwischen relevanten Stakeholdern aus Forschung, Politik und Industrie. Mit Blick auf innovative Forschung stellte Prof. Dr. Maike Windbergs, Prodekanin des Fachbereichs Biochemie, Chemie und Pharmazie der Goethe-Universität Frankfurt, den Zukunftscluster PROXIDRUGS vor. Die PROXIDRUG-Forschung konzentriere sich auf innovative Wirkstoffe, die krankheitsrelevante Proteine gezielt abbauen können, etwa zur Behandlung von Alzheimer oder Krebs. Prof. Windbergs betonte auch den ganzheitlichen Anspruch des Clusters. Ausbildung, Bürgerinformation, aber auch Translation
müssten konsequent mitgedacht werden. So seien aus dem Cluster bereits mehrere erfolgreiche Ausgründungen hervorgegangen. Dr. Martin Raditsch, Managing Partner des im Jahr 2022 gegründeten CARMA FUND, beleuchtete die Translation aus Investorensicht. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Medizin und pharmazeutischen Unternehmen, um den Transfer akademischer Ideen in die klinische Forschung zu beschleunigen. Hierbei erwähnte er die enge Verbindung von universitärer Medizin und Patientenversorgung als Standortvorteil für die Medikamentenentwicklung in der Rhein-Main-Neckar-Region.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Qualifizierung künftiger Führungskräfte. Dr. Christian Jansen, Managing Director der Goethe Business School, stellte das berufsbegleitende Pharma-MBA-Programm der Goethe-Universität vor, welches eng mit der Industrie verzahnt sei und Nachwuchstalente entlang der pharmazeutischen Wertschöpfungskette weiterbilde. Zum Abschluss skizzierten Dr. Otto Quintus Russe, Geschäftsführer des House of Pharma & Healthcare, und Prof. Dr. Dr. Gerd Geißlinger, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie der Goethe-Universität Frankfurt und Institutsleiter am Fraunhofer ITMP, Ziele und Fortschritt des Pharmadialogs sowie der Hightech-Agenda. Sie ordneten zentrale Fragen zu Innovationsstrategien und zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Pharmastandorts Deutschland in den aktuellen politischen Kontext ein. Prof. Geißlinger betonte dabei insbesondere die Bedeutung eines verlässlichen Zugangs zu innovativen Medikamenten in Deutschland vor dem Hintergrund eines geopolitisch komplexen Umfelds und einer unklaren Preissituation für Arzneimittel in den Vereinigten Staaten. In der abschließenden Diskussion tauschten sich Vertreter aus
Pharma, darunter Florian Schick, Geschäftsführer der Merck Schweiz AG, und aus der Forschung mit Staatsminister Lorz über verlässliche Standortbedingungen für Forschung, Entwicklung und Arzneimittelproduktion aus. Diese wurden als Treiber für Innovation, Wertschöpfung und Gewährleistung der Versorgungssicherheit herausgestellt. Das Arbeitstreffen endete mit dem gemeinsamen Verständnis, dass diese Ziele nur durch partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wissenschaft, Medizin, Industrie und Politik zu sichern sind. Das House of Pharma & Healthcare kann hierfür als Plattform und Partner eine verbindende Rolle einnehmen.