Präkompetitive Kooperation

Wenngleich die biopharmazeutische Industrie die Branche mit den höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung ist, stagniert die Zahl innovativer Arzneimittel seit bald zwei Jahrzehnten. Ein Grund für die hohen Ausfallraten bei gleichzeitig hohen Investitionssummen ist der, dass sich kaum voraussagen lässt, welche Ergebnisse neuartige Wirkstoffe, die im Labor vielversprechend erscheinen, in der klinischen Prüfung an Patienten zeigen. Meist fehlen Modelle für die Vorhersagbarkeit ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit. Um dieses Problem zu lösen, setzt die pharmazeutische Industrie deshalb zunehmend auf Kooperation im präkompetitiven Bereich, sowohl mit anderen Unternehmen als auch mit Partnern aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Das House of Pharma & Healthcare will diese präkompetitive Vernetzung aktiv unterstützen, nicht nur für die Entwicklung prädiktiver Modelle in der Arzneimittelforschung, sondern zum Beispiel auch, um neue Methoden der Kosten-Nutzen-Betrachtung von Arzneimitteln zu erproben, eine stärker patientenorientierte Forschung voranzutreiben und die Möglichkeiten offener Innovation durch „Crowd Sourcing“ im Internet auszuloten.

Dem Clustergedanken entsprechend baut das House of Pharma & Healthcare dabei auch auf den regionalen Netzwerken auf, die durch die Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) der Hessischen Landesregierung entstanden sind. Zu den Forschungsverbünden, mit denen das House of Pharma & Healthcare eng zusammenarbeitet, gehören insbesondere die LOEWE-Zentren "TMP - Translationale Medizin und Pharmakologie" und "ZIB – Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen".